Arbeiten im digitalen Klassenzimmer

Die momentane Situation schafft merkwürdige Neuerungen. So haben mein Mann und ich tolle neue Türschilder, die dem anderen signalisieren sollen, dass man gerade besser nicht ins jeweilige Zimmer reinplatzt. Überhaupt komme ich mir in den letzten Tagen ein bisschen mehr wie eine Radiomoderatorin als wie eine Dozentin vor. Wobei ich nun an Tag vier meines IELTS-Prüfungsvorbeitungskurs so langsam glaube, mich „eingegrooved“ zu haben.

Der Kurs geht täglich von 9:00 Uhr bis 15:30 Uhr mit einer Stunde Mittagspause dazwischen. Eingeladene Teilnehmer: 20. Aktive Teilnahmen zwischen 12 und 18 Personen, was eine sehr gute Quote ist, zumal ich weiß, dass viele nebenher arbeiten.

Als Plattform wird Microsoft Teams genutzt. Über die dortige Konferenzfunktion ist im Grunde alles möglich, was im realen Klassenzimmer auch möglich wäre, lediglich die Interaktion ist anders. Und zwar sehr anders. Zumindest in der Wahrnehmung und vor allem das muss ich mir immer wieder klar machen. Denn steht man in einer Klasse den Menschen direkt gegenüber, so kommt man sich hier am Anfang eher so vor, als spreche man mit dem Monitor, was aber nicht stimmt. Es hören und gucken ja dieselben Teilnehmer zu, die sonst in der Klasse säßen.

Interaktion in der Teams Videokonferenz

Da ich niemanden zwingen möchte, die Kamera zu benutzen, erscheinen mir die Teilnehmer am häufigsten als bunte Punkte. Nur bekommt man dadurch eben vieles an Feedback nicht mit, was man sonst schlichtweg sehen würde. Ist die Aufgabe zu leicht, oder zu schwer? Sind die Teilnehmer noch gut dabei, oder brauchen sie eine Pause, etc? Daher frage ich manchmal nach dem Befinden und bitte um Feedback via Smileys oder Daumen hoch. Es funktioniert, ist aber natürlich nicht dasselbe.

Ansicht der Konferenz in Teams

Feedback per Emojis

„Melden“ während der Videokonferenz

Natürlich können Teilnehmer jederzeit Zwischenfragen stellen, das funktioniert auch ohne ein Meldesystem sehr gut. Es passiert relativ selten, dass zwei Teilnehmer gleichzeitig reden.

Bei Kurzantworten bin ich dazu über gegangen die Chatfunktion zu benutzen und bitte die Teilnehmer, Ihre Antworten in den Chat zu schreiben. Auch das funktioniert gut und man kann es auch prima als Quizfunktion benutzen.

Hinzu kommt, dass ich Antworten aus dem Chat auch kopieren kann. So kann ich gegebenenfalls eine Schülerantwort in ein Word Dokument aufnehmen, und weiterverwenden und zwar so, dass alle es nachvollziehen können.

Statt digitaler Tafel

Word-Dokumente benutze ich nun gerne statt Tafel. Zwar gibt es bei Teams ein Whiteboard, dass man mit allen Teilnehmern teilen kann, aber zum einen habe ich bisher nicht herausfinden können, ob und wenn ja wie ich dort auch Text und Bilder einfügen kann. Zum anderen hängt es derzeit in Teams häufiger (was wahrscheinlich mit dem derzeit hohem Nutzungsaufkommen zu tun hat). Word läuft stabil, auch kann ich das Dokument teilen, sodass alle gleichzeitig darin arbeiten können. Ich kann Text tippen, Bilder einfügen aber auch mein Stift funktioniert darin.

Word auf dem geteilten Bildschirm – hier arbeite ich allerdings mit meinem iPad

Korrektur und Besprechung von Ergebnissen

Wenn ich Ergebnisse zur Korrektur einsammeln möchte, haben sich verschiedene Methoden bewährt.

Für einfache Dokumente erstelle ich einen „Abgabe“-Ordner. Dort können die Studierenden Ihre Antworten abspeichern und ich habe direkten Zugriff darauf. Wer lieber per Hand schreibt, macht einfach ein Foto davon und lädt es hoch. Offiziell Aufgaben kann man auch mittels der „Aufgaben-Funktion“ in Teams verschicken, die aber nicht für jede Art Team verfügbar ist.

Ich korrigiere dann das meiste auf dem Tablet. Mehr oder weniger „old school“ mit dem digitalen Stift. Klar könnte ich in Word auch die Überarbeiten-Funktion benutzen, aber gerade, wenn es mir darum geht, ein Bewusstsein für die Fehler zu schaffen (und das ist bei IELTS wichtig), finde ich, dass die virtuelle Tinte auf dem virtuellen Papier einfach plakativer und daher effektvoller ist. Ginge es um die Abgabe wissenschaftlicher Arbeiten würde ich aber eher zur Überarbeiten-Funktion greifen.

Korrekturen auf dem Surface Tablet

Eine Methode, die sich im Vorbereitungstest sehr bewährt hat und überall dort funktioniert, wo die Antworten eindeutig sind, sind Antwort-Formulare – erstellt mit Microsoft-Forms. Der Clou ist, dass man hier auch seine Antworten hinterlegen kann (wie auch bei Google Forms). Die Antworten werden vom System automatisch ausgewertet, die Teilnehmer können Ihre persönliche Auswertung sehen und ich kann gezielter auf die Fragen eingehen, die auch wirklich problematisch für die Teilnehmer waren. Denn man bekommt als Ersteller, in Echtzeit, eine Auswertung aller Ergebnisse.

Ich zeige den Teilnehmern diese Ansicht in der Regel. Die elektronische Auswertung lässt sich so auch schnell anpassen, sollte man beispielsweise merken, dass jemand nur ein Leerzeichen zuviel eingegeben hat.

Auswertung der Ergebnisse mit Microsoft Forms – Screenshot aus dem Stream der Videokonferenz

Konkrete Zeitvorgaben für Aufgaben

Ich habe für mich festgestellt, dass es mir sehr hilft, genaue Timings für Aufgaben zu geben, da ich nicht, wie sonst im Klassenzimmer sehen kann, ob die Teilnehmer schon fertig sind oder nicht. Diese Zeiten mache ich auf dem Bildschirm mir und den Teilnehmern mittels Timer präsent. Zum einen bleibt so eine gewisse Interaktion in der Konferenz, selbst wenn jeder für sich arbeitet. Zum anderen kann man dann auch gemeinsam schnell weitermachen. Hierzu benutze ich einfach den Timer aus iOS.

Schön ist auch in Teams die Möglichkeit, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten, was ich versucht habe mit einer Vokabeldatei zu etablieren. Aber das wurde eher mäßig angenommen.

Interaktion zwischen Teilnehmern

Ich war mir nicht sicher, ob es möglich ist… aber ja, man kann auch für andere Teilnehmer Meetingräume zeitgleich eröffnen. So wollte ich dass bestimmte Teilnehmer sich gegenseitig interviewen. Ich habe für diese dann jeweils eigene Meetingräume geschaffen (mir also in meinen Kalender fünf Termine zur gleichen Zeit eingestellt mit jeweils anderen Teilnehmern). Dann haben sich die Teilnehmer aus dem gemeinschaftlichen Call ausgeklinkt, sind in Ihren Gruppenraum gegangen und haben sich danach wieder im gemeinschaftlichen „Klassenraum“ eingewählt.

Da es hier um einen Sprachvorbereitungskurs ging, konnten die Teilnehmer für die Evaluation des Interviews das Gespräch auch ganz einfach aufnehmen, indem Sie im Konferenzmenü auf Record gedrückt haben.

Fazit

Ich habe in den vier Tagen immens viel dazu gelernt. Während ich es am Anfang schwer fand in die vermeintliche Leere hineinzusprechen habe ich nun gar kein Problem mehr damit, weil ich begriffen habe, dass es gar keine Leere ist, in die ich hineinspreche, sondern ein echtes Klassenzimmer. Vieles ist noch im Trial and Error Stadium hinsichtlich dessen, was gut und was weniger gut funktioniert.
Ich bin meinen Studierenden sehr dankbar, dass sie so gut mitgemacht haben und auch sehr nachsichtig waren, denn häufig mussten sie mir auch beim „Rumrühren“ mit der Maus zugucken, wenn ich mich gerade verklickt hatte und dann hektisch wurde, oder ein Dokument nicht auf Anhieb fand oder den falschen Bildschirm freigeben hatte, oder die falsche Datei, oder, oder.
Aber insgesamt hat es gut geklappt und solange wir das reale Klassenzimmer nicht wieder eröffnen können, ist es eine echte Alternative und viel besser als die reine Verteilung von Aufgaben. Und vielleicht werden manche der erlernten Methoden und Techniken auch bleiben, wenn sich alles normalisiert hat.

Wie ist eure Erfahrung mit dem digitalen Klassenzimmer? Was nutzt, ihr? Welche Methoden verwendet ihr? Ich freue mich über Anregungen oder auch Fragen in den Kommentaren.

Wir basteln uns einen Green Screen

Da man jetzt zu Hause bleiben muss, kann man sich endlich mal mit den Urlaubsfotos und -videos beschäftigen.

Und da man sowieso sehr viel digital unterwegs ist, liegt doch nichts näher, als ich selbst einen Green Screen zu basteln.
Man benötigt dafür im Grunde nur:

  • grünen Stoff,
  • eine Fläche zum Auslegen,
  • und die richtige Software

Der Stoff ist von einem ehemaligen Messeauftritt, die Fläche ein abgehängtes Bücherregal. Die Software ist auf dem Mac standardmäßig vorinstalliert (iMovie).
Das Ganze sieht dann zunächst so aus.

Ungebügelter grüner Moltonstoff auf Bücherregal

Was ich noch ganz vergessen habe, ist dass man natürlich auch eine Kamera benötigt (wir haben einfach ein IPhone benutzt) und jemanden, der vor der Kamera steht: In diesem Fall mein Mann.

Und so sieht dann der erste Versuch aus:

Green Screen Test

Der „Vorherige“, auf den der Tobi sich bezieht, war übrigens eine grüne Decke, die er über die Tür gehängt hatte.

Oha, ich sehe hier gerade sehr viel Potenzial … und mich, wie ich alle Doctor Who Folgen nachdrehe.

Vom asynchronen Lernen in der Corona-Krise

In meinem Unterrichtsblock in Englisch zum Thema „the future of work“ hatte ich ein „Corona-Special“ gemacht. Vorrangig ging es in der Unterrichtseinheit um den Aufbau von Vokabeln, um Zukunftsprognosen auf Englisch äußern und sich zu aktuellen Themen in den Medien unterhalten zu können. Die Aussagen, die meine Studierenden im Rahmen dieser Einheit machten, haben mich aber nachhaltig inspiriert. Denn nach etwas Vokabel-, Grammatik- und Textarbeit, die alle mit dem Thema verknüpft waren, wie die Corona-Situation die Wirtschaft und auch das Arbeitsverhalten ändert, sollten die Studierenden eine Einschätzung geben, wie sie ihre eigene Zukunft bewerten und inwiefern sich ihre Verhaltensweisen bereits geändert haben (zum Guten und zum Schlechten).

Hinsichtlich der eigenen Zukunft waren die meisten überwiegend optimistisch gestimmt, wenngleich einige befürchteten nach Ihrem Abschluss zunächst nicht die Wunschposition oder das Wunschgehalt zu erreichen. Hinsichtlich der Gewohnheiten gab es ebenfalls viele ähnlich gelagerte Ansichten. Nahezu alle gaben an, ihren Schlafrhythmus ihrem Biorhythmus besser angepasst zu haben. Sie schrieben, dass sie sich dadurch insgesamt besser, wacher und aufnahmefähiger fühlten. Viele schrieben, dass sie der Ansicht waren, dass sie dadurch, dass sie die Aufgaben zu ihren eigenen Zeitvorgaben lösen konnten, das Gefühl hatten besser arbeiten zu können – eine Beobachtung die sich vielleicht durch die Ergebnisse (die in der Tat überwiegend sehr gut waren) bestätigen ließe. Manche gaben an, dass sie sich sonst im Klassenraum durch andere Teilnehmer gestört fühlten und sich so besser konzentrieren könnten. Andere wiederum bemängelten, dass sie sich selbst nicht so gut strukturieren könnten und sich dann darüber ärgerten die Arbeit über den ganzen Tag verteilt zu haben, anstatt es gebündelt zu erledigen. Hier zeigen sich klar verschiedene Lerntypen und vor allem diejenigen, die sich als eher introvertiert beschrieben gaben an, von der derzeitige Phase eher zu profitieren.

Natürlich gaben auch viele an, unter dem verminderten Kontakt zu leiden und dass sie sich gerne wieder mit ihren Freunden treffen oder gemeinsam Sport machen würden.

Wobei wirklich jeder aussagte, dass sich aus der Situation nicht nur Negatives, sondern auch vieles Positive ergebe. Sehr viele sagten sie hätten die Natur für sich entdeckt. Die einen gehen öfter Spazieren, die anderen haben das Laufband gegen die echte Welt eingetauscht und einige gaben auch an, neue Hobbys wie Kochen, Joggen, das Lernen weiterer Sprachen, ja sogar das Bauen von Insektenhotels für sich entdeckt zu haben.

Einige erzählten auch davon wie sie Ihren selbstständigen Eltern durch die Krise, helfen und es gab sogar die einen oder anderen rührenden Geschichten, die davon berichteten wie Familienmitglieder wieder zueinander gefunden haben. Insgesamt fand ich es schön, dass die Studierenden ihre Ansichten so ehrlich geteilt haben und die Schlüsse, die sich daraus zum Thema asynchrones Lernen ziehen lassen, geben ggf. auch Anlass nicht nur über die Zukunft der Arbeit im Allgemeinen, sondern auch die Zukunft des Unterrichtens nachzudenken.

Von Videokonferenzen, Staubsaugerrobotern und Mikrofon-Shortcuts.

Auf die Frage einer Studierenden, ob Teams eine Push2Talk-Funktion habe (bei der das Mikrofon, wie bei einem Funkgerät, nur angeht, wenn man auf den Knopf drückt) , musste ich neulich leider passen. Ich sagte ihr aber, nur weil ich es nicht weiß, hieße es nicht, dass es die Funktion nicht gibt. So bat ich sie, nachzuforschen und mir bescheid zu geben, sollte sie etwas herausfinden.

Über die Antwort, die ich heute erhielt, musste ich sehr schmunzeln. Die Studierende war zu der Hypothese gekommen, dass Push2Talk vielleicht nicht notwending sei, da die Videokonferenzfunktion von Teams mit Spracherkennung arbeite. Ergo müss man das Mikrofon nicht aktiv ausschalten, um Störungen durch lästige Hintergrundgeräusche zu vermeiden. Dies wolle sie aber, um noch ganz sicher zu sein, mithilfe einer Konferenz mit Ihrem Staubsaugroboter namens Hagrid (wegen der Borsten) überprüfen.

Das Ergebnis der Konferenz mit Hagrid war offenbar jedoch dergestalt, dass er die ganze Zeit zu hören war. Also sollte man doch die Mikrofon-Taste im Auge behalten und ggf. drücken, wenn der Staubsaugerroboter im Hintergrund seine Dienste verrichtet. Es gibt aber auch einen einen Tastatur-Shortcut für das Mikrofon: STRG+Umschalten+M.

Hagrid bei der Arbeit

„Bilder“ in Text umwandeln

Manchmal braucht hat man einen Text, den man nur als „Bild“ hat eben doch als Text. Abtippen ist lästig. Diktieren funktioniert auf dem Mac super, auch dem Surface theoretisch mittels Windows-Taste und H. Allerdings bricht die Spracherkennung unter Windows immer wieder mitten drin ab. Wenn der Text als „Bild“ vorliegt gibt es aber auch eine schnellere Möglichkeit:

Man schneidet den Text mittels des Snipping Tools aus und speichert das Bild ab. Dann lädt man es auf https://www.onlineocr.net/ kurz hoch, und klickt auf ‚convert‘. Copy & Paste und fertig.

Arbeitet man parallel mit dem Handy ist Google Translate auch Gold wert, selbst wenn man gar keine Übersetzung braucht. Denn Google Translate hat einen eingebauten Scanner mit OCR-Funktion; d.h. der Scanner verwandelt das Bild direkt in Text. Dann kann man diesen aus der Anwendung rauskopieren. Da ich meistens mit OneDrive arbeite, kann ich den Text noch auf dem Handy in das entsprechende Dokument einfügen und danach mit dem Dokument ganz normal am Rechner arbeiten. Eine super Sache, die lästiges Abtippen erspart.

Surface Stift kalibrieren und coole Features

Wir haben an der Schule keine Smartboards, denn alle unsere Räume sind (eigentlich schon seit 10 Jahren) mit Beamern und Leinwänden ausgestattet, sodass sich Tablet-PCs mit Stift als wunderbare Alternative zu den Smartboards eignen. Leider habe ich vor kurzem aber meinen Surface Stift verbummelt, sodass ein neuer her musste (wahrscheinlich taucht der Alte dann jetzt bald wieder auf). Daher musste ich den Stift neu einrichten. Da war ich froh, dass ich noch die nachfolgende Anleitung gefunden habe, die ich vor über einem Jahr geschrieben hatte.

Kalibrieren des Surface Stifts

Privat nutze ich gerne Apple und liebe mein iPad und den Apple Pencil, der für mich immer noch am besten funktioniert.
Aber dahinter kommt definitiv direkt der Surface Stift. Ich finde er wird noch besser, wenn man die Minen austauscht und den Stift zudem ordentlich kalibriert. Ich arbeite am liebsten mit einer 2H Mine, die sich ähnlich anfühlt, wie die Mine an meinem Apple Stift (wahrscheinlich bin ich einfach ein Gewohnheitstier)

Was viele nicht wissen, ist dass sich dieser auf die eigene Handhaltung kalibrieren lässt und er dadurch, um ein Vielfaches besser funktioniert als wenn man ihn einfach so verwendet.

Zum Kalibrieren gibt man in das Suchfeld am besten Folgendes ein: Bildschirm für Stift- oder Fingereingabe kalibieren“. Dann kalibrieren wählen und schließlich Stifteingabe. Den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen und möglichst ordentlich mit dem Stift in die Fadenkreuze tippen.

SurfaceStiftKalibrieren01
Surface Stift kalibrieren 1
SurfaceStiftKalibrieren02
Surface Stift kalibrieren 2

Stiftfunktionen per Bluetooth

Man sollte den Stift auch über Bluetooth mit dem Surface verbinden, denn dann kann man den Knöpfen des Stiftes auch verschiedene Funktionen zuweisen. Dies kann man unter Systemeinstellungen – Geräte – Stift und Windows Ink.
In diesem Menu kann man unter „Erkennung verbessern“ kann man dem Surface auch beibringen seine Handschrift (egal wie krackelig) zu erkennen und in Text umzuwandeln. Bei „normal-kritzeligen“ Schriften ist die Schrifterkennung aber auch so schon ganz gut.
In den meisten Anwendungen, in denen man zeichnen kann, funktioniert der Knopf hinten am Stift automatisch als Radierer. In den Geräteeinstellungen kann man ihm darüber hinaus bestimmte Befehle für Microsoft Ink zuweisen. Ich habe mich z.B. für folgende entschieden
einmal drücken = Microsoft Ink öffnen,
zweimal drücken = Skizzenblock,
lange gedrückt halten = Bildschirmskizze

Microsoft Stift als „Pointer“ für Powerpoint

Übrigens kann man den Surface Stift auch als Pointer/Clicker für Powerpoint benutzen. Im Präsentationsmodus drückt man einmal hinten auf den Knopf für weiter, zweimal für zurück – it’s magic!

Lehrvideos in PowerPoint erstellen

Da momentan Dank Corona der Unterricht nicht wie gewohnt weitergehen kann, habe ich mir einfache Möglichkeiten angesehen Lehrvideos zu erstellen. Wer hätte gedacht das PowerPoint da so gute Möglichkeiten bietet?

PowerPoint hat inzwischen extrem viele coole Funktionen, von denen aber, wie ich feststelle, viele gar nichts wissen.

So ermöglicht PowerPoint z.B. die Bildschirmaufzeichnung. Spezielle Software oder Apps für die Bildschirmaufzeichnung (Screencastomatic) sind daher gar nicht nötig.

Man gehe einfach in PowerPoint auf Einfügen – Medien – Bildschirmaufzeichnung. Die Videoaufzeichnung landet dann in PowerPoint kann aber ganz einfach per Rechtsklick auf der Maus über das dann erscheinende Menü als MP4 Video gespeichert werden (Medien speichern unter…). Damit kann man also ganz einfach Tutorials mittels Bildschirmaufzeichnung erstellen.

Man kann die Folien auch besprechen und/oder sich per Video einblenden. Damit man auch in die Kamera schaut werden bei dieser Funktion die Notizen ganz oben unterhalb der Webcam angezeigt. 

Um diese Funktion zu nutzen geht man auf Bildschirmpräsentation – Bildschirmpräsentation aufzeichnen.

Will man während der ganzen Präsentation etwas Musik hinterlegen, so muss man die Audiodatei nur auf der ersten Folie einbinden. Das Menü „Wiedergabe“ öffnet sich in der Regel automatisch, kann aber ansonsten einfach angeklickt werden. Hier kann man dan alles einstellen, etwa ob die Musik sich in einer Endlosschleife widerholen soll und folienübergreifend wiedergegeben werden soll. 

Hat man die Präsentation besprochen etc. kann man diese unter „speichern unter – Kopie speichern“ auch als Video-Datei (z.B. MPEG4-Video) ablegen. Hierfür sollte man allerdings etwas Zeit einplanen, da das Umwandeln je nach Länge und Größe der darin enthaltenen Dateien durchaus bis zu einer Stunde dauern kann. Das Video lässt sich dann nicht mehr ändern, aber die Datei bleibt als PowerPoint vorhanden und letzteren Schritt kann man immer wieder ausführen.

Medientische – DIY

Vor einiger Zeit haben wir bei uns in der Schule Medientische gebaut, an denen die Studierenden in Gruppenarbeiten besser mittels der Anzeige auf einem großen Bildschirm zusammenarbeiten können.  Denn Rechercheergebnisse können ausgetauscht werden und die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Dokument, einer gemeinsamen Präsentation oder gar einer Filmdatei fällt leichter, wenn alle Gruppenmitglieder die gemeinsame Arbeit mit ansehen können. Die Tische werden von den Studierenden sehr gut angenommen.

Die Technik steht

Dabei handelt es sich um Konferenztische, an deren Ende ein großes Anzeigegerät steht. Die Studierenden können Ihre Geräte jeweils auf das Anzeigegerät spiegeln, sodass alle aktiv mitarbeiten können. Dabei ist ein flexibles Umschalten zwischen verschiedenen Geräten mittels eines Splitters möglich. Es stehen den Studieren Tablet-PCs zur Verfügung, aber „bring-your-own-device“ ist ebenso mit einem, entsprechenden HDMI Adapter möglich.

Das war der erste Prototyp als Proof of Concept.

Wir haben zunächst auf eine Kabellösung gesetzt, auch wenn eine Drahtlosübertragung per Miracast theoretisch durchaus funktioniert. Theoretisch deshalb weil unsere W-LAN Infrastruktur überholt werden muss und daher derzeit nicht stabil genug läuft. Kabel sehen zwar nicht so schick aus, aber mit der Methode funktioniert es immer.

Perspektivisch kommt noch eine weitere Funktion hinzu womit Dozenten alle Geräte gleichzeitig von ihren Geräten aus bespielen können sowie zwischen den zu bespielenden Geräten wählen können.

Um den Medienraum zu bauen haben wir die Konferenztische von Ikea gewählt, da der von uns verwendete Splitter mit ein paar Modifikationen genau in die Aussparung passt. Für die Kabel haben wir mit einem Topfbohrer drei zusätzliche Löcher in den Tisch gebohrt.

Statt eines Monitors haben wir auf die etwas kostengünstigere Lösung der Fernseher gesetzt. Wichtig bei der Auswahl waren die Miracast-Fähigkeit sowie mehrere HDMI Eingänge. Als Arbeitsgeräte haben wir uns für Tablet-PCs mit Tastatur, Stift, Front- und Rückkamera entschieden, sodass hier gestaltungstechnisch nahezu alles möglich ist.

Mit dem Stift lassen sich leicht Diagramme oder ganze Bilder selbst anfertigen, oder auch einfach nur Mitschriften. Die Frontkamera kann z.B. in PowerPoint genutzt werden, um Tutorials zu erstellen. Die Rückkamera funktioniert wie eine Foto-/Videokamera, sodass auch eigenes Foto- und Videomaterial erstellt werden kann.

So kann demnächst hoffentlich auch digital mehr kreiert als konsumiert werden.

Nebst den oben genannten Anzeigegeräten und Splittern sollte den Studierenden an den Tischen auch die Möglichkeiten gegeben werden, Ihre Geräte zu laden. Dazu fand sich ein schöner Steckwürfel. Hier noch eine Zeichnung, der Verkabelung.

Verkabelung – Medientische