Klose und Konsorten

OneNote Klassennotizbücher in Online-Seminaren

Fortschritte überprüfen, als wäre man im Klassenzimmer

 

Eines der größten Unterschiede und Herausforderungen in Online-Seminaren ist, dass man bei ausgeschalteten Kameras nicht genau weiß, wie Teilnehmer mit einer Übung klarkommen und wie weit sie damit sind.
Klar könnte man verlangen, dass die Kamera die Ganze Zeit eingeschaltet bleibt, aber ich kann gut verstehen, wenn Personen es unangenehm finden, da man immer den Eindruck hat, man stünde die ganze Zeit im Fokus, selbst wenn dem nicht so ist.

Ein OneNote Klassennotizbuch kann hier helfen und echten Mehrwert bringen. Im Grunde genommen, kann man damit virtuell durch den Klassenraum gehen; sehen, was die Teilnehmer machen und ihnen in Echtzeit Feedback geben

Was ist ein Klassennotizbuch?

Das Klassennotizbuch ist ein erstellbares Lehrbuch ("Inhaltsbibliothek") samt aller Teilnehmerhefte ("Schülernotizbücher"). Zudem gibt es einen "Platz zur Zusammenarbeit".
Alle Bereiche des Notizbuchs synchronisieren sich automatisch, sodass man immer auf dem neuesten Stand ist. Es ist, als könnte man jederzeit die Hefte der Teilnehmer einsammeln, nur dass die Teilnehmer die Hefte gleichzeitig behalten und man gemeinsam reinschauen kann. Außerdem kann man Handouts "verteilen" sodass jeder es in seinem Heft findet und vieles mehr.

 

Ansicht eines Klassennotizbuches

 

Dein eigenes Lehrwerk – die Inhaltsbibliothek

Die Inhaltsbibliothek ist ein Bereich, in dem man seine Materialien einstellen kann. Fügt man diese als "Ausdruck" hinzu, werden sie direkt angezeigt wie in einem Buch. Es müssen also keine Dateien mehr geöffnet werden. Hinzu kommt, dass man nicht nur Handouts einstellen kann, sondern Links, Videos und praktisch alles, was digital ist.
Die Inhaltsbibliothek kann nur von der Lehrkraft bearbeitet werden. So können Handouts nicht aus Versehen von Teilnehmern überschrieben werden. Teilnehmer können sich jedoch Teile davon rauskopieren und in ihr eigenes Heft einfügen. Zudem können Teile davon auch an alle automatisch "verteilt" werden.

 

Lernfortschritte sehen und überprüfen – die "Schülernotizbücher"

Die "Schülernotizbücher" sind virtuelle Hefte. Als Lehrkraft kann man in jedes Heft reinschauen, die Teilnehmer hingegen sehen nur ihr eigenes Heft. Das "Schülernotizbuch" ist also ein privater Bereich, den sich Dozent und die einzelnen Teilnehmer teilen. Genau hierin besteht die Nützlichkeit. Arbeiten die Teilnehmer in ihrem Schülernotizbuch, kann man sehen, was erarbeitet wird und man kann auch Anmerkungen machen, oder korrigieren und das alles in Echtzeit. So kann man auch sehen, wie weit die Teilnehmer sind, ob alles verstanden wurde, etc.

Der Einsatz im Online-Seminar – Mehrwert durch Feedback.

Im Grund benutze ich das Klassennotizbuch im Online-Seminar fast genauso, wie ich Lehrmaterialien und Schülernotizen in einem Face-to-Face-Seminar verwenden würde.
Wenn ich online etwas anhand eines Handouts erkläre, habe ich dieses in der Inhaltsbibliothek. In der Videokonferenzsoftware teile ich dann meinen Bildschirm, auf dem ich OneNote geöffnet habe. Ich kann in dem Dokument Inhalte mit einem Highlighter hervorheben, schreiben, etc. Alle Änderungen werden gespeichert. Es ist also wie ein virtuelles Smartboard.


Will ich, dass die Teilnehmer etwas bearbeiten, verteile ich das entsprechende Aufgabenblatt über die "Verteilfunktion". Nun hat es jeder in seinem virtuellen Heft und kann loslegen. Ich vereinbare mit den Teilnehmern, dass Sie die virtuelle Hand heben sollen, sobald sie fertig sind. Während der Bearbeitungszeit können sie Kamera und Mikrofon ausschalten und auch ich mache dies, damit alle ungestört arbeiten können. Fragen können in der Zeit über den Chat an mich gestellt werden, denn die Videokonferenzsoftware bleibt bei jedem im Hintergrund an.

Während die Teilnehmer arbeiten, kann ich in die verschiedenen Abschnitte (Schülernotizbücher) gehen und sehen, was die Teilnehmer machen (und manchmal auch, ob sie etwas machen – wobei ich feststellen musste, dass ich offenbar sehr emsige Teilnehmer habe). Ist jemand auf dem Holzweg, kann ich helfen. Wobei ich nun nicht dauernd und ständig jeden überprüfe. Ich nutze es eher stichprobenartig, um zu sehen, wie weit die Teilnehmer sind, oder aktiv, wenn jemand in den Chat eine Frage an mich stellt. So können wir gemeinsam auf das Problem schauen (im Klassenzimmer würde ich zu der Person hingehen, um das Problem mit der Aufgabe gemeinsam zu lösen, oder auch mal durch den Raum laufen. Es ist also ein guter virtueller Ersatz dafür). Bei Teilnehmern, die früh fertig sind, kann ich mir die Lösung angucken. Oftmals stelle ich dann fest, dass etwas fehlt oder oberflächlich bearbeitet wurde und kann die Person dann mit Feedback dazu animieren, weiter daran zu arbeiten. In jedem Fall freuen sich die Teilnehmer, die früher fertig sind, über das Feedback und schalten nicht ab.

So kann ich dann auch sehen, wann die Teilnehmer mit einer Aufgabe fertig sind, da irgendwann auch alle Hände oben sind und ich in der Zeit bei (fast) jedem mal reingeschaut habe. In der Aufgabenbesprechung kann ich gezielt auf Probleme eingehen, die bei mehreren Personen hinsichtlich der Aufgabe aufgetreten sind. Ich kann dazu sogar die Beiträge der Teilnehmer verwenden. Dazu kopiere ich mir häufig Antworten aus den Schülernotizbüchern in die Seite der Inhaltsbibliothek, in die ich die Aufgabe eingestellt habe – natürlich ohne Namen – und bespreche das Ganze damit. Hiermit würde ich wieder meinen Bildschirm mit den Teilnehmern teilen. Da ich den Teilnehmer nicht meine Lösung vorkaue, ist dies auch für sie motivierender.

Insgesamt finde ich, dass die Verwendung des OneNote Klassennotizbuchs einen echten Mehrwert bringt. Die Lehrmaterialien sind übersichtlich aufbereitet und die Arbeit damit ermöglicht es, die Arbeitsfortschritte zu sehen und zu überprüfen – so als würde man durch den Klassenraum laufen und bei Fragen auf einzelne Personen zugehen.

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